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Husten beim Kind

Kinderärztin und Mutter Frau Dr. Teresa Riedl-Seifert erklärt und empfiehlt

Frau Dr. Teresa Riedl-Seifert, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, widmet sich in ihrer Kolumne speziell dem Thema „Husten beim Kind“ und beantwortet hierzu einige typische, alltagsrelevante Fragestellungen.

Wie häufig ist zu viel? Atemwegs-Infekte bei Kindern

Insbesondere in den Wintermonaten haben viele Kinder immer wieder mit Atemwegsinfekten zu kämpfen. Meist äußern sich diese durch einen leichten klaren Schnupfen, oftmals aber auch gefolgt von einem langanhaltenden Husten, teilweise mit starkem Krankheitsgefühl. Den Eltern kommt es gelegentlich so vor, als ob das Kind durchweg krank sei. Dies kann sehr verunsichern und auch die Nachfragen und Anmerkungen von Verwandten oder Erziehern sorgen dafür, dass Eltern sich vermehrt Sorgen machen.

Wann aber sind die Sorgen begründet und wann deuten die Symptome auf eine schwerwiegende Erkrankung hin?

Die Infekthäufigkeit von Kleinkindern ist nicht mit der von Erwachsenen zu vergleichen. In den ersten Lebensjahren sind bis zu 12 Infekte pro Jahr nicht ungewöhnlich. Gründe hierfür sind, dass das Immunsystem von Kindern erst die Vielzahl von Viren und Bakterien kennen lernen muss, um dagegen einen effizienten Schutz aufbauen zu können. Das Immunsystem wird so zu sagen trainiert.  Die Häufigkeit der Infekte nimmt mit zunehmenden Alter ab, wobei aber auch im Schulalter die Kinder noch bis zu neun Infekte pro Jahr durchmachen können. Diese treten natürlich gehäuft in den Wintermonaten auf. Bis die akute Phase eines Infektes überstanden ist kann es bis zu 14 Tagen andauern. Die durch Viren hervorgerufenen Infektionen führen dazu, dass die Schleimhäute noch Wochen nach der eigentlichen Erkrankung leichter auf Reize, wie zum Beispiel kalte Luft, reagieren, so dass es zu einem langwierigen trockenen Husten kommen kann, ohne dass eine wirklich akute Infektion vorliegt.

Wenn man also von bis zu 12 Atemwegsinfekten pro Jahr ausgeht, die bis zu zwei Wochen andauern und vor allem in den kalten Monaten auftreten, kann es leider tatsächlich sein, dass ein Kind „dauerkrank“ ist. Verstärkt wird der Effekt noch durch eine Vielzahl sozialer Kontakte, wie z.B. Krippe und Kindergarten, aber auch Änderungen der sozialen Kontakte von Familienangehörigen. Wenn zum Beispiel eines der Geschwister in einen neuen Kindergarten geht, kann sich das durchaus auch auf die anderen Kinder auswirken.

Die Eltern sind durch diese Infekt Häufung besorgt und auch belastet. In dieser Situation muss man leider hauptsächlich Geduld haben und die Infekte in Ruhe auskurieren. Sehr selten gibt es aber auch Kinder mit einer Schwäche des Immunsystems. Warnhinweise darauf sind allerdings weniger normale Atemwegsinfekte, sondern vielmehr zum Beispiel mehrere tiefe Hautinfektionen/Abszesse, Wachstumsstörungen im ersten Lebensjahr, acht oder mehr Mittelohentzündungen pro Jahr, zwei oder mehr schwere Lungenentzündungen mit langer antibiotischer Therapie.

Bei solchen Verdachtsmomenten kann der Kinderarzt spezielle Untersuchungen veranlassen.

Welche Ursachen gibt es für andauernden Husten?

Falls der Husten, teilweise mit Auswurf, durchgehend etwa 8 Wochen andauert, spricht man nicht mehr von einem akuten Husten, sondern dies kann auf eine nicht infektiöse Atemwegserkrankung hinweisen. Oft wird auch die Bezeichnung chronischer Husten für solch einen andauernden Husten verwendet. Dies ist allerdings keine eigentliche Krankheit, sondern lediglich eine Zustandsbeschreibung.

Der Auswurf ist sehr variabel, meist nicht klar oder weißlich, sondern gelb-grünlich, teilweise auch etwas blutig. Der Husten besteht meist ohne Fieber und tritt eher in den frühen Morgenstunden ohne deutliche Atemnot auf. Das generelle Krankheitsgefühl ist weniger ausgeprägt.

Ursache für solch einen Husten ist meist eine geschädigte Bronchialschleimhaut. Auf dieser setzen sich Bakterien fest, die eine lokale Entzündung auslösen. Diese Entzündung heilt nur langsam ab und hinterlässt Narben im Gewebe, die eine erneute Schädigung der Schleimhaut darstellt. So kommt es zu einem Kreislauf.

Wichtig ist es, die Ursache der Bronchialschleimhautschädigung zu finden. Meist ist sie auf eine akute virale Bronchitis zurückzuführen, zu der eine bakterielle Infektion hinzukommt. Dieser Verlauf wird aber häufig durch eine weitere Schädigung begünstigt. Bei Kindern ist hier vor allem Passivrauchen als Ursache zu nennen. Es gibt seltener auch chronische Lungenerkrankungen (z.B. Mukoviszidose, alpha 1 Antitrypsin Mangel, Sarkoidose) oder Infektionen (z.B. Tuberkulose, Pilzinfektionen bei Immundefekten), die solch einen andauernden Husten verursachen können.

Als Ursache kommt auch das Einatmen von kleinen Fremdkörpern (Aspiration) in Frage. Häufig ist hierbei ein akuter Beginn in Erinnerung. Zunächst besteht dabei kein Fieber.

Davon zu unterscheiden ist ein, bei manchen Kindern bestehendes, empfindliches Bronchialsystem („hyperreagibles“ Bronchialsystem). Hierbei reagieren die kindlichen Bronchien auf verschiedene Reize (Kälte, Luftverschmutzung, Allergene, Stress) mit einer Verengung, die meist kurzfristig wieder vorübergeht. Diese Empfindlichkeit der Schleimhaut kann eine Vorstufe von Asthma sein.

Eine solche Veranlagung lässt sich am besten durch regelmäßige Kontrollen beim Kinderarzt erkennen. Die Unterscheidung zwischen wiederholten akuten Infekten, chronischem Husten oder einem empfindlichen Bronchialsystem sind manchmal schwierig zu treffen oder bisweilen nicht möglich. Regelmäßige Vorsorgen und ein enger Kontakt zum Kinderarzt sind daher wichtig.

Für all diese Erkrankungen gilt:  Die vom Kinderarzt empfohlenen Impfungen können verhindern, dass die Lunge durch vermeidbare Erkrankungen geschädigt wird.

Was ist wichtig bei der Behandlung von akutem Husten bei Kindern?

Die Atemwege von Kindern haben einige Besonderheiten: Die Bronchien sind sowohl relativ, als auch absolut, deutlich kleiner, als bei Erwachsenen. Das heißt der Widerstand beim Atmen kommt insbesondere aus den unteren Bereichen der Lunge. Außerdem befinden sich deutlich mehr schleimproduzierende Zellen auf der Bronchienoberfläche. Bei einer Infektion schwillt nun die Schleimhaut aufgrund einer Entzündungsreaktion an und es wird vermehrt Schleim produziert um die Krankheitserreger aus der Lunge ab zu transportieren.  Das führt zu einer erschwerten Atmung. Husten ist für Kinder anstrengend und nicht so effektiv wie bei Erwachsenen, da die Rippen noch parallel stehen. Außerdem sind die Wände der Bronchien noch weich und fallen beim Husten leichter zusammen.

Dennoch ist der Husten wichtig, um den produzierten Schleim und die Erreger los zu werden. Die Entzündung in der Schleimhaut soll die Infektion abwehren, darf aber nicht zu stark werden, um die Atmung nicht übermäßig zu behindern.

Wichtig bei der Behandlung ist, dass die Kinder sich ausruhen. Außerdem sollten sie viel trinken, da man durch vermehrtes Atmen Flüssigkeit verliert und der Schleim sonst zu zäh werden kann, um ihn abhusten zu können. Am besten notiert man sich die getrunkenen Mengen, um im Laufe eines Tages den Überblick nicht zu verlieren. Ein Kleinkind sollte zwischen 1 - 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Fieber (Temperatur über 38,5°C) ist auch eine natürliche Entzündungsreaktion des Körpers und muss nicht zwangsläufig gesenkt werden. Allerdings verbraucht der Körper dadurch ebenfalls vermehrt Flüssigkeit und Kraftreserven. Bei Schmerzen, Unruhe, Kraft- und Appetitlosigkeit sowie Trinkschwäche ist eine Fiebersenkung dahingegen sinnvoll. Man kann Wadenwickel mit handwarmen Wasser machen oder nach Absprache mit dem Kinderarzt, auch Medikamente wie Paracetamol und Ibuprofen, geben.

Zentral wirkende Hustenstiller sind bei Kindern nicht zugelassen und sogar gefährlich, weil sie leicht überdosiert werden.

Hustensäfte können lokal im Rachen wirken, insbesondere, wenn der Rachen durch ein ständiges husten gereizt ist und dadurch ein trockener Husten gefördert wird. Besonders gut verträglich sind pflanzliche Hustensäfte, die es als unterschiedliche Kombinationspräparate gibt. Einige sind bereits für Kinder ab einem Jahr zugelassen und haben ein günstiges Nebwenwirkungsprofil.

Wichtig ist sich bewusst zu werden, dass Husten ist ein natürlicher Reflex des Körpers ist, um reizende Stoffe aus den Atemwegen zu entfernen und die durch die Entzündung bedingte Verengung der Atemwege durch Schleim und Schwellung zu bekämpfen.

Warum hustet mein Kind nachts häufiger und stärker?

Nächtlicher Husten ist sowohl für die Kinder als auch ihre Eltern besonders anstrengend. Häufig kommt es bei einem leichten viralen Infekt zu Schnupfen. Im Liegen läuft das Sekret dann in den Rachen der Kinder und löst dort einen Hustenreiz aus. Man kann versuchen sein Kind mit erhöhtem Oberkörper zu lagern, um das Atmen zu erleichtern. Die meisten Kinder schlafen aber eher unruhig und lagern sich selbstständig im Schlaf um. Häufig liegen sie dann auf dem Bauch mit den Beinen unter den Körper gezogen, so dass der Po erhöht ist. Dies ist gerade bei Schnupfen und Husten eine vorteilhafte Position, weil das Sekret aus Nase und Mund ablaufen kann. Manche Eltern haben Sorge, weil bei Säuglingen immer die Rückenlage als Schlafposition empfohlen wird. Dies bezieht sich auf das Risiko des plötzlichen Kindstodes. Sobald sich ein Kind aber im Schlaf selbständig lagert, kann man dies auch zulassen. Ab dem ersten Lebensjahr besteht auch keine Gefahr mehr für den plötzlichen Kindstod.

Zusätzlich sollte man immer daran denken, auch den Schnupfen zu behandeln, um dadurch den Auslöser für den nächtlichen Husten zu beseitigen. Konventionelle Nasentropfen sind ab dem Säuglingsalter zugelassen, sollten aber maximal nur drei Tage angewendet werden, da eine Schädigung der Nasenschleimhäute auftreten kann. Über einen längeren Zeitraum hingegen können pflanzliche Mittel, wie z.B. in Form von Säften, verabreicht werden.

Ein akuter Hustenanfall kann durch lauwarme Flüssigkeit (z.B. ungesüßten Tee in kleinen Schlucken), gebessert werden.

Eine Sonderform des nächtlichen Hustens ist der Pseudokrupp Anfall. Dieser zeigt sich meist plötzlich mitten in der Nacht. Die Kinder haben einen lauten bellenden Husten und sind heiser. Ausgelöst wird dieser Anfall durch Erkältungsviren, z.B. Rhinoviren, Coronaviren, Adenoviren oder Respiratorische Synzytial-Viren (RS Viren). Die Kinder sind meist jünger als sechs Jahre. Wichtig ist es in solchen Situationen, die sehr dramatisch wirken können, Ruhe zu bewahren. Aufregung macht es nur noch schlimmer. Die Kinder sollten kühle feuchte Luft atmen (nach draußen gehen oder vor dem geöffneten Kühlschrank atmen). Tritt trotzdem keine Besserung ein, sollte der (Not-)Arzt gerufen werden, damit entsprechende Medikamente verabreicht werden können.

Falls es unabhängig von einem Infekt, nachts zu Nies- und Husten-Anfällen kommt, muss eventuell auch an eine Hausstaubmilben Allergie in Betracht gezogen werden.

Autorin: Dr. Teresa Riedel-Seifert, Kinderärztin und Mutter

Pflichtangaben

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Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Mitvertrieb: PLANTAMED Arzneimittel GmbH | 92308 Neumarkt
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